Beschneidung bei Männern – eine umfassende Übersicht
Die Vorhaut ist die Hautfalte, die die Eichel des Penis bedeckt und schützt. Die Entfernung der Vorhaut kann aus verschiedenen Gründen erfolgen. In vielen Kulturen und Religionen wird die Beschneidung aus religiösen Gründen durchgeführt. Sie wird oft bereits bei Neugeborenen durchgeführt und dient als rituelles Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft. Darüber hinaus kann die Beschneidung aus medizinischen Gründen empfohlen werden, um Probleme wie Phimose (eine Verengung der Vorhaut), wiederkehrende Infektionen oder Entzündungen der Vorhaut zu behandeln.
Die Gründe für eine Beschneidung bei erwachsenen Männern können vielfältig sein. Ein häufiger Grund ist eine medizinische Notwendigkeit aufgrund von Vorhautproblemen wie Phimose (Vorhautverengung), Paraphimose (relative Vorhautverengung, bei Erregung kann die Vorhaut nicht zurückgezogen werden und stranguliert die Eichel) oder wiederkehrenden Infektionen. Auch aus religiösen oder kulturellen Gründen kann eine Beschneidung durchgeführt werden. In einigen Fällen wird sie aus hygienischen Gründen empfohlen, um das Risiko von Infektionen zu verringern. Patienten, die in meiner Praxis nach einer Beschneidung fragen, haben vielfältige Gründe. Zum einen aus ästhetischen und hygienischen Gründen, zum anderen bei gesundheitlichen Problemen, wenn sie nur eine Teilbeschneidung oder eine Sensibilitäts-erhaltende Beschneidung wünschen. Ich gehe auf Ihre individuellen Wünsche ein, wenn es bei Vorerkrankungen chirurgisch durchführbar ist.
Ich führe Beschneidungen ausschließlich bei einwilligungsfähigen, erwachsenen Männern durch. Die Beschneidung von Männern kann unter der Anwendung verschiedener operativer Techniken durchgeführt werden. Grundsätzlich betrachte ich bei der Wahl der Methode immer das vorliegende Problem beziehungsweise den Grund, warum sich mein Patient für eine Beschneidung entschieden hat. Neben den individuellen Beweggründen sind immer Erkrankungszustände, also z.B. eine Verengung der Vorhaut oder ein vorzeitiger Samenerguss, ein verkürztes Bändchen (Frenulum breve) oder ein Lichen sclerosus ausschlaggebend für den Beschneidungsstil. Die individuelle Beratung richtet sich also nach den Wünschen meiner Patienten und dem technisch Machbaren. Letzteres gilt vor allem bei den Patienten, die nach vorheriger Beschneidung bei einem anderen Kollegen eine Korrektur von mir wünschen.
Um die verschiedenen Varianten einer Beschneidung zu verstehen, muss ich vorher etwas auf die Anatomie der Vorhaut eingehen. Die Vorhaut besteht aus einer äußeren und inneren Schicht oder „Blatt“, die beide aufeinander liegen. Das innere Blatt liegt der Eichel auf, dass äußere Blatt ist – wie es der Name schon sagt – nach außen gerichtet.
Es wird ein größerer Teil von der äußeren Vorhaut entfernt und mehr vom inneren Vorhautblatt belassen. Das noch verbleibende Vorhautblatt wird anschließend nach hinten in Richtung Penisbasis gezogen und mit der Schafthaut vernäht. Etwa 1,5 bis 2cm hinter der Eichel ist eine Narbe sichtbar und ein leichter farblicher Unterschied von Schaft und innerem Vorhautblatt entsteht, da Letzteres nun außen liegt. Bei der „High and tight“ Beschneidung liegt die Eichel sowohl im schlaffen als auch im erigierten Zustand frei. Einzige Ausnahme bilden hier die Patienten mit einem Buried Penis Typ II (vergrabener Penis). Da der Schambereich hier über den Penis rutscht und den Penis zum Teil verdeckt, wird die Penishaut wie eine Ziehharmonika zusammengeschoben, so dass es sein kann, dass die Eichel wieder bedeckt ist. Die Therapie der Wahl ist hier NICHT eine Nachkürzung der Vorhaut (und damit die unnötige Entfernung der extrem wertvollen und elastischen Penishaut), sondern eine Penisrekonstruktion mit Verlängerung und Verankerung der Schambereichshaut am Schambeinknochen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Buried Penis.
Auf speziellen Wunsch ist außerdem eine „super-high“ Beschneidung möglich mit Erhalt der größten Teile des inneren Blattes. Diese Variante wird vor allem von Männern im fortgeschrittenen Alter oder mit Wunsch nach maximalem Gefühlserhalt gewünscht, die zwar aus hygienischen oder anderen Gründen eine Beschneidung vornehmen lassen wollen, aber maximale sexuelle Sensibilität erhalten möchten.
Dies ist die klassische Beschneidungsvariante, wie sie derzeit fast überall durchgeführt wird. In diesem Fall wird fast die gesamte Vorhaut unter Belassung von maximal 5 mm des inneren Blattes entfernt. Ich empfehle diesen Beschneidungsstil ausschließlich Patienten, die zu viel Gefühl haben, also unter einem vorzeitigen Samenerguss leiden. Sonst nicht. Damit es meinen Patienten nach dem Eingriff problemlos möglich ist, eine Erektion zu bekommen, lässt man immer mehr vom äußeren Vorhautblatt übrig. Beim inneren Vorhautblatt sollten immer mindestens 7 mm bis 1 cm belassen, um etwaige Korrekturen zu ermöglichen.
Die „loose-Beschneidung“ wird auch inkomplette oder partielle oder Teil-Beschneidung genannt. Dieser Stil wird vor allem von Männern mit einer Vorhautverengung bevorzugt, die eigentlich nur so viel der Vorhaut entfernt bekommen möchten, wie nötig ist. Bei diesem Eingriff wird nur der erkrankte Anteil entfernt und möglichst viel vom inneren Vorhautblatt belassen. Das innere Vorhautblatt wird mit der Schafthaut vernäht. Die Narbe liegt dadurch etwas höher, wird allerdings durch Falten hinter dem Eichelkranz versteckt. Nach Abschwellung ist die Eichel entweder komplett oder zumindest zum Teil bedeckt, je nach Vorhautlänge vor der Operation.
Das Frenulum oder Penisbändchen ist eine Aufhängung des inneren Vorhautblattes an der Eichel. Häufig ist es zu eng und zieht unangenehm während der Erektion. Einige meiner Patienten berichten auch, dass es beim Geschlechtsverkehr schon eingerissen ist (und sehr geblutet hat!). In den meisten Fällen wird das Bändchen im Rahmen einer Beschneidung von der Eichel gelöst und in den verbleibenden Anteil des inneren Vorhautblattes („high“ Beschneidung) integriert. Das wird auch Frenuloplastik genannt. Bei den „low“-Beschneidungen wird es häufig entfernt. Falls das Bändchen zu eng ist, aber keine Beschneidung gewünscht wird, kann eine Frenuloplastik auch separat ohne Beschneidung durchgeführt werden.
Wer sich aus ästhetischen oder religiösen Gründen für eine Beschneidung im erwachsenen Alter entscheidet, bevorzugt eine der „tight-Varianten“. Hier ist es enorm wichtig, vor der OP „Maß“ zu nehmen, denn ein Teil der Vorhaut wird bei der Erektion benötigt. Um sicher zu gehen, dass nach der OP ausreichend Haut für die Erektion vorhanden ist, zeige ich allen meinen Patienten, wo sie eine Markierung bei der Erektion setzen können, um das richtige Resektionsmaß sicherzustellen. Durch diese Kooperation mit meinen Patienten stelle ich sicher, dass nicht zu viel dieser enorm wichtigen und einzigartigen Haut entfernt wird.
Weitere Vor- und Nachteile der jeweiligen Techniken erkläre ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Ebenso zeige ich bei dieser Gelegenheit Fotos von den verschiedenen Beschneidungsstilen.





Wie in der Abbildung dargestellt, verwende ich die „dorsal slit“ Technik bei der Beschneidung. Zuvor werden an den markierten Stellen das innere und das äußere Blatt inzidiert, größere Venen unterbunden, kleinere Venen koaguliert. Bei Wunsch oder Verkürzung wird ebenfalls das Penisbändchen (Frenulum) von der Eichel vorsichtig gelöst, um die darunter befindlichen Nerven zu schonen. Eine komplette Entfernung des Bändchens ist nur bei massivem Hautüberschuss nötig.
Vor der Beschneidung erfolgt eine gründliche ärztliche Untersuchung, um sicherzustellen, dass keine Gegenanzeigen vorliegen und der Eingriff sicher durchgeführt werden kann. Der Patient erhält beim Beratungsgespräch Informationen über den Eingriff, einschließlich der Risiken und des Heilungsprozesses, und kann Fragen zu allen Themen stellen.
Nach der Beschneidung gebe ich dem Patienten Anweisungen für die Nachsorge. Dazu gehören Tipps zur Wundpflege, zur Vermeidung von Schwellungen und zur Schmerzlinderung. Um zu gewährleisten, dass der Verband von den Patienten selbstständig und korrekt angelegt werden kann, zeige ich ihnen nach der OP jeden einzelnen Schritt und motiviere sie, die von mir gezeigte Verbandstechnik zu filmen, so dass sie zu Hause problemlos selbst durchgeführt werden kann. Dieses Vorgehen hat sich bewährt, so dass meine Patienten über wenig bis gar keine Schmerzen klagen und sicher sich nach der OP selbst versorgen können. Es ist wichtig, diese Anweisungen genau zu befolgen, um eine schnelle und komplikationslose Heilung zu gewährleisten. Außerdem stehe ich jederzeit für ihre Fragen zur Verfügung. Mein Team ist telefonisch tagsüber ohne Probleme zu erreichen, eine Notfallnummer wird jedem Patienten vor der OP ausgehändigt.
Der Heilungsverlauf nach einer Beschneidung variiert je nach individuellem Fall, kann jedoch in der Regel einige Wochen dauern. Während dieser Zeit sollte der Patient auf intensive körperliche Aktivitäten verzichten und die Anweisungen des Arztes zur Wundpflege genau befolgen. Die Ausfallzeit hängt von dem individuellen Heilungsprozess ab, begrenzt sich aber normalerweise auf wenige Tage. Schmerzen bestehen in der Regel nicht, da ich ein spezielles örtliches Betäubungsmittel verwende, das nach der OP optimale Schmerzfreiheit mit sich bringt. Meine Verbandstechnik minimiert die postoperative Schwellung, so dass auch hier kaum oder gar nicht über Schmerzen geklagt wird.
Die Beschneidung kann verschiedene Vorteile bieten, wie eine verbesserte Hygiene, ein geringeres Risiko von Infektionen und sexuell übertragbaren Krankheiten sowie die Behandlung von Vorhautproblemen. Mehrere internationale Studien zeigen zudem, dass Partnerinnen von beschnittenen Männern weniger häufig an Gebärmutterhalskrebs erkranken als von nicht beschnittenen Männern.
Allerdings gibt es auch potenzielle Nachteile wie Risiken im Zusammenhang mit dem Eingriff selbst, Verlust von Empfindungen und mögliche psychologische Auswirkungen. Patienten, die nach der Beschneidung zu mir zur Korrektur kommen, beklagen unschöne Narben und Gefühls- oder Potenzstörungen nach „Low“-Beschneidungen. Deshalb ist es wichtig, sich bei von einem Facharzt plastische und ästhetische Chirurgie mit Spezialisierung im Bereich Intimchirurgie beschneiden zu lassen, der verschiedene operative Beschneidungstechniken und plastisch-chirurgische Nahttechniken beherrscht, die auch am Genitale zu einer schönen, dünnen Narbe führen. Generell muss betont werden, dass nur Patienten, die sich diesen Schritt gut überlegt haben, beschnitten werden sollten. Bei der Beschneidung handelt es sich um einen irreversiblen Eingriff: auf deutsch – was ab ist, ist ab!
Alle Vor- und Nachteile auf einen Blick:
Vorteile nach Beschneidung |
Nachteile nach Beschneidung |
|---|---|
| Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten sinkt | Schwellungen, leichte Schmerzen und Blutungen im Narbenbereich möglich in den ersten Tagen nach der OP |
| Verhinderung chronischer Entzündungen senkt Risiko für Peniskrebs | sehr selten Gefühlsstörungen an der Eichel, weniger Empfindsamkeit bei „low“ Beschneidungen, im Extremfall Potenzstörungen |
| Risiko für Übertragung von Papilloma-Viren, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können, sinkt | Irreversibler Eingriff, kann nicht rückgängig gemacht werden |
| niedrigere Entzündungsgefahr der ableitenden Harnwege | einige Männer berichten von geringerer sexueller Lust, dies ist medizinisch jedoch nicht erwiesen |
| leichtere Reinigung der Eichel | |
| kann mitunter einem vorzeitigen Samenerguss vorbeugen, da die Eichel weniger empfindsam ist |
Sie möchten sich in einem angenehmen Umfeld beraten lassen? Vereinbaren Sie gerne einen Termin für meine Sprechstunde und wir reden über Ihre Wünsche und Vorstellungen. Ich habe jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Intimchirurgie.
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