
Die kleinen Schamlippen verkleinern zu lassen, wünschen sich besonders Frauen, die durch die Größe ihrer Schamlippen im Alltag beeinträchtigt werden. Nur wenige Frauen wissen, dass überschüssiges Gewebe an den kleinen Schamlippen sogar schon in jungen Jahren vorkommen und extrem stören kann. Dies betrifft besonders sportliche Aktivitäten, das Tragen enger Kleidung, die Intimhygiene oder den Geschlechtsverkehr. Eine Verkleinerung des Klitorishäubchens kann in diesem Zuge auch bei den Patientinnen vorgenommen werden.
Die Schamlippen, bestehend aus den äußeren (Labia majora) und inneren (Labia minora) Lippen, sind ein wesentlicher Bestandteil der weiblichen genitalen Anatomie, der sogenannten Vulva. Sie schützen die empfindlichen Genitalien durch Bedeckung des Scheideneingangs. Die großen Schamlippen beinhalten Schwellkörper, die kleinen nicht. Beide tragen nur unwesentlich zur sexuellen Empfindung bei. Doch viele Frauen fühlen sich durch übermäßig große oder asymmetrische Schamlippen beeinträchtigt.
Die Schamlippen erfüllen mehrere Funktionen. Die äußeren und inneren Schamlippen dienen dazu, die empfindlichen inneren Strukturen zu schützen und Feuchtigkeit zu bewahren. Die inneren Schamlippen, die normalerweise die Klitoris und den Scheideneingang umgeben, spielen indirekt eine Rolle bei der sexuellen Stimulation und Empfindung, weil sie Zugang zu der Klitoris und den Klitorisschenkeln gewähren.
Die Form und Größe der Schamlippen variieren stark von Frau zu Frau. Einige haben größere oder prominentere Schamlippen, während andere kleinere oder weniger ausgeprägte haben. Diese Vielfalt ist völlig normal und ein natürlicher Teil der menschlichen Anatomie. Bei manchen Patientinnen können die inneren Schamlippen von der Klitorishaube bis hin zum unteren Scheideneingang reichen.

Frauen, die unter Beschwerden wie wiederkehrenden Infektionen, Schmerzen beim Sport, beim Tragen enger Kleidung oder beim Geschlechtsverkehr leiden, können von einer Schamlippenverkleinerung der inneren Schamlippen profitieren, wenn diese vergrößert sind. Auch psychische Belastungen aufgrund des Aussehens der Schamlippen können eine Indikation sein.
Obwohl die Schamlippenverkleinerung eine relativ sichere Operation ist, kann sie doch Risiken haben. Zu den möglichen Komplikationen gehören Nachblutungen, Schwellungen, und mehr oder weniger Schmerzen nach der Operation. Aufgrund des hohen Gehalts an elastischen Fasern verheilt das Gewebe fast narbenfrei, Missempfindungen können im Narbenbereich in den ersten Monaten auftreten.
Die Vorteile einer Schamlippenverkleinerung können erheblich sein. Neben der Beseitigung von körperlichen Beschwerden kann sie auch zu einem verbesserten Selbstgefühl, einem gesteigerten Selbstbewusstsein und einer insgesamt verbesserten Lebensqualität führen. Als Folge können sich die Patientinnen besser entspannen und berichten über eine bessere Stimulierbarkeit und mehr Spaß beim Sex.
Wenn Sie über eine Schamlippenverkleinerung nachdenken, ist eine gründliche Beratung mit einem erfahrenen Facharzt entscheidend. Vereinbaren Sie gern einen Termin bei mir, um alle Aspekte des Eingriffs zu besprechen und eine informierte Entscheidung zu treffen.
Auch an der Klitorishaube ist eine Gewebevermehrung möglich. Zum einen können die kleinen Schamlippen seitlich in die Klitorishaube ausstrahlen, zum anderen kann auch die Klitorisvorhaut, das sogenannte Präputium, vergrößert und verdickt sein. In solchen Fällen kann im Rahmen einer Schamlippenverkleinerungsplastik oder als separater Eingriff eine Straffung der Klitorishaube durchgeführt werden. Hierbei wird zwischen der seitlichen Straffung und der horizontalen Straffung mit Anhebung des Präputiums unterschieden. Ähnlich wie bei der männlichen „High“-Beschneidung kann die OP-Technik so variiert werden, dass die sensible Klitorisvorhaut evertiert wird und so eine größere Stimulierbarkeit entsteht.
Die Risiken und postoperativen Ausfallzeiten entsprechen denen der Straffung der kleinen Schamlippen.

Aus: Mirastschijski & Remmel, Intimchirurgie, Hrsg. Springer Verlag 2019
Operative weibliche Intimchirurgie:
Nicht-operative / interventionelle Intimchirurgie: